Ratgeber
Ist das Anschreiben noch wichtig?
Immer mehr Unternehmen verzichten auf das Anschreiben oder machen es optional, und nicht jeder Personaler liest es. In Deutschland wird es aber bei vielen Stellen weiterhin erwartet, gerade im Mittelstand und im öffentlichen Dienst. Bei beliebten Stellen hilft es, ähnliche Profile voneinander abzugrenzen, und vor dem Vorstellungsgespräch wird es oft noch einmal gelesen. Ein austauschbares Anschreiben kostet selten allein die Stelle; ein konkretes kann aber der Grund für den Anruf sein.
Manche Fehler wiegen dagegen schwer: der Name eines anderen Unternehmens, der nach dem Kopieren stehen geblieben ist, ein falsch geschriebener Ansprechpartner oder "Sehr geehrte Damen und Herren", obwohl in der Anzeige ein Name steht. Nehmen Sie sich zwei Minuten, um die richtige Person herauszufinden, lesen Sie den Text laut vor und senden Sie ein PDF mit eindeutigem Dateinamen, etwa "Anschreiben-Name-Position.pdf".
Was ein gutes Anschreiben ausmacht, mit oder ohne KI
Die Regel passt in einen Satz: Jeder Absatz muss auf die Anzeige antworten. Suchen Sie die zwei oder drei wichtigsten Anforderungen der Stelle heraus und zeigen Sie für jede eine Situation, in der Sie sie bereits erfüllt haben, möglichst mit Ergebnis. "Ich habe den Monatsabschluss von zehn auf fünf Arbeitstage verkürzt" sagt mehr als "Ich arbeite sorgfältig".
Erzählen Sie nicht Ihren Lebenslauf nach, der liegt dem Leser ohnehin vor. Streichen Sie Floskeln wie "teamfähig, belastbar und flexibel" und allgemeines Lob für das Unternehmen. Ein konkreter Bezug zu einem Projekt, Produkt oder einer Herausforderung aus der Anzeige wirkt deutlich besser.
KI-Anschreiben haben aus einem einfachen Grund einen schlechten Ruf: Viele entstehen aus dem Nichts, mit austauschbaren Sätzen und mitunter erfundener Erfahrung. MIA CV geht ausschließlich von Ihrem Lebenslauf und der Anzeige aus und fügt keine Kenntnisse hinzu, die Sie nicht haben. Lesen Sie das Ergebnis immer gegen und ergänzen Sie mindestens ein Detail, das nur Sie schreiben können, etwa was Sie an der Stelle wirklich reizt.
Form und Gepflogenheiten in Deutschland
Das deutsche Anschreiben folgt einer recht festen Form: Absender, Empfänger, Ort und Datum, eine Betreffzeile mit der Stellenbezeichnung, eine persönliche Anrede, wenn ein Ansprechpartner genannt ist, und "Mit freundlichen Grüßen" am Ende. Eine Seite ist die Obergrenze. In Großbritannien und den USA ist die Cover Letter kürzer und direkter, in Frankreich dagegen förmlicher, mit einer langen Schlussformel. Das Anschreiben in der Sprache der Anzeige zu verfassen, hilft, diese Gepflogenheiten einzuhalten, ohne sie auswendig zu kennen.